Steuerhinterziehung Vs Steuerbetrug Unterschiede Schweizer Recht
Steuerrecht 13. Januar 2026 13.01.26 10

Steuerhinterziehung vs. Steuerbetrug - Unterschiede & Folgen

Die wichtigste Kernaussage des Artikels ist der Unterschied zwischen Steuerhinterziehung, die durch unvollständige Angaben gekennzeichnet ist, und Steuerbetrug, der aktive Täuschung durch Fälschungen beinhaltet. Relevant ist dies für alle Steuerpflichtigen in der Schweiz, die sich über die rechtlichen Konsequenzen ihrer Handlungen im Steuerrecht informieren möchten. Bei versehentlicher Hinterziehung besteht die Möglichkeit einer Selbstanzeige, um Strafzahlungen zu vermeiden, was jedoch fristgerecht erfolgen muss.

Die Schweiz ist bekannt für ihre steuerlichen Rahmenbedingungen, die es sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen ermöglichen, legal Steuern zu optimieren. Doch während die Steueroptimierung rechtlich zulässig ist, können Verstöße gegen das Steuerrecht schwerwiegende Folgen haben. In diesem Artikel werden wir die Begriffe Steuerhinterziehung und Steuerbetrug näher beleuchten, ihre Unterschiede herausarbeiten und die jeweiligen Konsequenzen erläutern.

Was ist Steuerhinterziehung?

Steuerhinterziehung liegt vor, wenn eine Person oder ein Unternehmen vorsätzlich oder fahrlässig handelt, sodass die korrekte Steuerveranlagung unterbleibt oder unvollständig bleibt. Es sind drei wesentliche Merkmale zu beachten:

  • Entzug eines Steuerbetrages: Das Verhalten des Täters führt dazu, dass der geschuldete Steuerbetrag nicht vollständig entrichtet wird. Dies kann durch falsche oder unvollständige Angaben in der Steuererklärung geschehen.
  • Verletzung von Pflichten: Jeder Steuerpflichtige hat die Pflicht, eine vollständige und korrekte Veranlagung zu ermöglichen. Dazu gehört auch die Offenlegung von Tatsachen, deren steuerliche Relevanz möglicherweise unklar ist.
  • Schuld des Steuerpflichtigen: Nur wer schuldhaft handelt – also vorsätzlich oder fahrlässig – kann wegen Steuerhinterziehung strafrechtlich belangt werden.

Steuerhinterziehung wird als Übertretung klassifiziert und kann mit einer Geldbuße geahndet werden, die sich nach dem Grad des Verschuldens richtet. Bei versuchter Steuerhinterziehung erkennt die Steuerbehörde Fehler vor der Rechtskraft der Veranlagung und kann diese verhindern.

Was ist Steuerbetrug?

Einen schwerwiegenderen Verstoß stellt der Steuerbetrug dar. Dieser liegt vor, wenn jemand vorsätzlich gefälschte oder unwahre Urkunden wie Geschäftsbücher oder Bilanzen zur Täuschung der Finanzbehörden verwendet. Im Gegensatz zur Steuerhinterziehung handelt es sich hierbei um ein Tätigkeitsdelikt; das Delikt ist bereits vollendet, sobald die falschen Dokumente eingereicht werden.

Der Unterschied zwischen den beiden Straftaten besteht darin, dass beim Steuerbetrug nicht nur eine falsche Angabe gemacht wird; es erfolgt zusätzlich eine aktive Täuschungshandlung durch Fälschungen. Diese eigenständige Straftat kann mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen geahndet werden.

Selbstanzeige bei irrtümlicher Hinterziehung

Sollten Sie versehentlich Einkünfte nicht versteuert haben, gibt es die Möglichkeit einer Selbstanzeige beim zuständigen Finanzamt. Durch diese Maßnahme können Sie Strafzahlungen vermeiden; jedoch müssen Sie die hinterzogenen Steuern sowie eventuelle Hinterziehungszinsen innerhalb einer festgelegten Frist nachzahlen.

Straflose Selbstanzeige

Um Bürger zu motivieren, unversteuertes Einkommen zu deklarieren, erlaubt das Gesetz eine einmalige straflose Selbstanzeige. Wenn diese Anzeige freiwillig erfolgt und keine Kenntnisse der Behörde über die Hinterziehung bestehen, wird zwar Nachsteuer erhoben, jedoch auf zusätzliche Strafen verzichtet.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Bei der Steuerhinterziehung handelt es sich um das Weglassen oder Verschweigen relevanter Informationen gegenüber den Finanzbehörden – oft unbeabsichtigt. Im Gegensatz dazu beinhaltet der Begriff des Steuerbetrugs bewusste Fälschungen von Dokumenten zur Täuschung der Behörden. Beide Handlungen sind ernsthafte Verstöße gegen das Schweizer Steuergesetz und können erhebliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Disclaimer: Wir können keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen in diesem Blog Eintrag übernehmen. Steuerregeln und Gesetze in der Schweiz können sich ändern. Die Inhalte ersetzen keine professionelle Beratung. Für rechtsverbindliche Unterstützung empfehlen wir, einen Steuer- oder Treuhandexperten über unsere Website hinzuzuziehen: Steuerberatung erhalten

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Häufig gestellte Fragen

Der Hauptunterschied liegt darin, dass bei der Steuerhinterziehung steuerliche Verpflichtungen durch Unterlassung verletzt werden, während beim Steuerbetrug aktive Täuschungsmaßnahmen wie Fälschungen eingesetzt werden.

Bei einer Verurteilung wegen steuerlicher Delikte können Geldstrafen verhängt werden; im Fall von schwerem Betrug sind auch Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren möglich.

Eine straflose Selbstanzeige ermöglicht es einem Bürger, unversteuertes Einkommen freiwillig anzugeben ohne zusätzliche Strafen zu riskieren; allerdings müssen Nachzahlungen geleistet werden.

Jeder Bürger in der Schweiz hat die Möglichkeit eine Straflose Selbstanzeige zu machen. Diese Möglichkeit hat man jedoch nur einmal im Leben.
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